„So viele Unternehmen wie nie auf Nachfolgersuche“ titelt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag im DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2017. Dabei überwiegt seit 2014 die Zahl der suchenden Alt-Eigentümer die der Übernahmeinteressenten. „Die Schere geht von Jahr zu Jahr immer weiter auseinander“. Gründe finden sich in der allgemeinen demographischen Entwicklung, die auch den Fachkräftemangel insgesamt ausmachen: Die „Babyboomer“- Jahrgänge zwischen 1954 und 64 gehen auf die Ruhestandsgrenze zu, gleichzeitig sank in den Folgejahren die Erwerbsbevölkerung immer weiter.

Branche und Unternehmensgeschichte erfordern spezifische Vorgehensweisen bei der Übergabe

Auch in vielen sozialen Einrichtungen findet ein Generationenwechsel statt. Leitungskräfte dieser Organisationen waren häufig maßgeblich an deren Entstehung in den späten 70er und 80er Jahren beteiligt, als infolge der politischen und gesellschaftlichen Öffnung durch die Studentenbewegung soziale Fragen neu diskutiert und bestehende institutionelle Formen der sozialen Arbeit kritisch hinterfragt wurden. Viele dieser ehemals kleinen Initiativen beschäftigen inzwischen mehrere hundert Menschen und sind zu unverzichtbaren und hochprofessionellen Trägern der Sozialwirtschaft geworden.

In Überlegungen zur zukünftigen Nachfolge der Führungskräfte dieser Einrichtungen werden diese Gründer häufig als „unersetzbar“ angesehen. Dies hat möglicherweise damit zu tun, dass diese sich in der besonderen Entstehungsgeschichte Fähigkeiten aneignen konnten, die für die Gründung und jahrelange „Überlebenskämpfe“ notwendig waren und die sich auch bei Unternehmensgründern und -gründerinnen anderer Branchen finden.

  • Sie waren in der Lage, soziale und gesellschaftliche Themen zu reflektieren und neue soziale Dienstleistungen zu entwickeln. Dabei mussten sie immer wieder um die