Teamentwicklung – kein einmaliges Event für Notfälle

Die Idee zur Teamentwicklung kommt oftmals erst dann auf, wenn Konflikte sich verfestigt haben und die Konfliktkosten spürbar werden. Ein sicheres Zeichen dafür ist, wenn (informell!) mehr übereinander als miteinander gesprochen wird.

Weitere Anzeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt: Einsatz und Leistung werden als ungerecht verteilt bewertet, Grüppchenbildung erschwert die Zusammenarbeit, die Teamleitung hat das Gefühl, das vieles nicht offen angesprochen wird.

Hinter solchen und ähnlichen Beschreibungen steht in der Regel schon eine längere Geschichte. Spannend ist, warum genau jetzt, und nicht früher oder später mit der Bearbeitung von latenten Konflikten begonnen werden soll. Auslöser sind z.B. Beschwerden von wichtigen Kunden, Leistungsträger drohen mit Weggang oder auch Krankheitsfälle.

Teamentwicklung als Reparaturmaßnahme ist mühsam und nicht immer von Erfolg gekrönt. Trennungen gehören dann eben auch oft zur Lösung.

Teamentwicklung als Daueraufgabe zu betrachten und insbesondere in „guten Zeiten“ einzuüben kann dagegen Freude bereiten, die persönliche Entwicklung aller Mitarbeiter/innen befördern, die Leistungsfähigkeit und –bereitschaft stärken und das Team für schwierige Zeiten gut ausstatten.

Teams, die in der Lage sind, ihr Handeln und die ihrem Handeln zugrundeliegenden Vorstellungen, Glaubenssätze, Bedürfnisse und Werte zu reflektieren, handeln intelligent.

Wir möchten Führungskräfte dazu anregen, gemeinsam mit ihren Teams den Teamalltag für kürzere oder längere Reflexionen zu nutzen und sich gegenseitig und miteinander Fragen zu stellen, deren Beantwortung nicht immer lange braucht, aber sehr wirksam sein kann:

  • Was nehmen wir eigentlich wahr, wie wir in Teamsitzungen miteinander reden?
  • Worüber reden wir und worüber nicht? Worüber wäre es gut zu reden?
  • Welche Fragen sollten wir uns zurzeit oder grundsätzlich stellen und beantworten?
  • Wie behindern wir uns gegenseitig und wie unterstützen wir uns gegenseitig?
  • Welche Spielregeln zur Zusammenarbeit würden uns helfen?
  • Wie kommen wir zu Entscheidungen? Was passiert mit unseren Entscheidungen?
    Wie gelingt es uns, getroffene Vereinbarungen nicht umzusetzen?
  • Wie gehen wir mit Fehlern um?
  • Wofür ist es wichtig, Störungen nicht direkt anzusprechen? Welche Bedürfnisse bedienen wir damit?
  • Wie kommen wir nach schwierigen Diskussionen wieder in eine gute Stimmung?
  • Was an unserem Teamverhalten dient uns? Was hindert uns? Wovon wollen wir uns verabschieden? Was können wir stattdessen tun?
  • Wer wird sich als Gewinner und als Verlierer fühlen, wenn wir Maßnahme x ergreifen? Wie könnte ein gerechter Ausgleich geschaffen werden?

Sich im Team solchen Fragen zu stellen, ist für viele Mitarbeiter/innen sicher ungewöhnlich und irritierend, vielleicht sogar beängstigend. Gemeinsam einige der oben genannten Fragen zu beantworten schafft Klarheit, sie „erzeugen“ zusätzliche wichtige Informationen und sie schaffen durch Transparenz mehr Sicherheit im Team.

Stephanie Frenzer

Von |5. Juni 2018|
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